Poolchemikalien werden knapp

2020 war für die Poolindustrie in vielerlei Hinsicht ein bemerkenswertes Jahr. Die Aufträge explodierten, was die Anbieter grundsätzlich begrüßten. Allerdings mussten sie mit den ersten Knappheiten leben, da ihre Zulieferer aufgrund der gestiegenen Nachfrage und der Pandemie nicht mehr mit der Produktion hinterherkamen. 2021 hat sich die Situation deutlich verschärft: Dieses Jahr sind die Poolchemikalien knapp geworden – ein Phänomen, das es so vor zwölf Monaten noch nicht gab. Dies hat Folgen.

Hersteller: „Wir nehmen für das Lager, was wir kriegen“

Die Chemikalienknappheit trat zuerst in den USA auf und erreichte dann auch Europa. Aus Nordamerika kennen wir die Folgen für die Hersteller. Diese „nehmen für unser Lager, was wir kriegen“, erklärte beispielsweise der Chef eines großen Unternehmens aus Kalifornien. Längst kaufen die Hersteller an der West- und Ostküste Chlortabletten im Supermarkt. Die großen Ketten haben sich deshalb dazu gezwungen gesehen, Maximalmengen pro Kunden zu bestimmen. Dies führte dazu, dass die Hersteller sämtliche ihrer Mitarbeiter in die Märkte schickten, um aufzustocken.

Einige US-Anbieter nehmen wegen der Knappheit keine neuen Kunden mehr auf. In Kalifornien sind es nach Schätzungen der Branche immerhin 25 Prozent der Unternehmen. Diese erklärten, dass sie schon jetzt zu ausgelastet seien und nicht die passenden Chemikalien hätten – weshalb sollten sie also noch mehr Kunden annehmen? Andere Hersteller teilen Neukunden demnach mit, dass diese die Chemikalien für den Betrieb ihres Pools selbst finden müssten. Nur unter dieser Bedingung würden sie den Auftrag annehmen.

Was passiert 2022?

In Europa haben die Hersteller damit begonnen, die Chemikalien so weit wie möglich zu strecken, um mit der Knappheit umzugehen. Einige Unternehmen nutzen andere Produkte wie Sonnenöl, um aus diesen die Stoffe zu gewinnen, die sie benötigen. Genau wie ihre US-Kollegen schauen sie ängstlich in die Zukunft und fragen sich, was im kommenden Jahr geschehen wird? Diesbezüglich soll kein Grund zur Sorge bestehen, behaupten die Zulieferer. Sie arbeiteten daran, die Knappheit im vergangenen Sommer im kommenden Jahr zu kompensieren.